Meldungen aus dem Bezirksverband Unterfranken

Volksbund hilft Kommune bei außerordentlicher Instandsetzung

Kriegsgräberstätte des Ersten Weltkriegs in Rimpar (Landkreis Würzburg) soll sich zum Volkstrauertag wieder in würdevollen Zustand zeigen

Unterfrankens Bezirksvorsitzender Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann (Mitte) übergibt den Förderscheck des Volksbundes an Bürgermeister Bernhard Weidner und dankte zugleich der Bezirkstagsvizepräsidentin Eva-Maria Linsenbreder (li.) für die Zuwendung des Bezirks Unterfranken. Als Beiräte des Volksbund-Bezirksverbands Unterfranken informierten sich in Rimpar auch Schweinfurts 3. Bürgermeisterin Ayfer Rethschulte und ihr Würzburger Amtskollege Martin Heilig über das Projekt. Oliver Bauer / Volksbund

Die seit rund 100 Jahren auf dem Rimparer Gemeindefriedhof bestehende Kriegsgräberstätte mit Lazaretttoten des Ersten Weltkrieges wird von der Marktgemeinde Rimpar grundlegend instandgesetzt. Die bereits begonnene Sanierung nahm der Bezirksvorstand der Kriegsgräberfürsorge in Unterfranken zum Anlass, seine turnusgemäße Vorstandssitzung in die Gemeinde nördlich von Würzburg zu verlegen. Aus gutem Grund: Der Volksbund unterstützt die Gemeinde Rimpar bei ihrem Vorhaben mit einer außerordentlichen Förderung in Höhe von 5000 Euro.

Hierbei kommen Mittel der Kerzenaktion "Lichter für den Frieden" zum Tragen, mit der der Volksbund-Landesverband bereits seit Jahrzehnten gezielt Instandsetzungsarbeiten an Kriegsgräberstätten in Bayern unterstützt. Kommunale und kirchliche Friedhofsträger können bei Sanierungen und technisch erforderlichen Investitionen neben der fachlichen Expertise des Volksbund-Landesverbands auch eine finanzielle Unterstützung erhalten. Unterfrankens Bezirksvorsitzender, Regierungspräsident Dr. Eugen Ehmann, betonte, dass in Rimpar obendrein eine Zuwendung des Bezirks Unterfranken ausgereicht werden kann, sodass hier eine stattliche Summe seitens des Volksbundes zur Verfügung gestellt wird. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass andere unterfränkische Kommunen dem Rimparer Vorbild folgen. Die Mehrzahl der rund 70 Kriegsgräberstätten (mit insgesamt mehr als 12.000 Toten) in Unterfranken sind kleinere Gemeinschaftsanlagen oder gar Einzelgräber in kommunaler Obhut.

Auf dem Friedhof in Rimpar machte sich der Bezirksvorsitzende ein Bild von den Aktivitäten der Gemeinde. Die Pultsteine der Gräber wurden bereits entfernt und werden aktuell von einem Fachbetrieb bearbeitet. Die alten Namensschriftzüge sind auf den Steinen nicht mehr erkennbar und sollen im Zuge der Sanierung wieder sichtbar gemacht werden. Gleichzeitig finden Sicherungsarbeiten an der Friedhofsmauer im Bereich des Grabes statt, und die Mauer soll gegen aufsteigende Feuchtigkeit geschützt werden.

Erinnerungstafeln, die an die rund 100 Gefallenen des Ersten Weltkrieges aus Rimpar erinnern, werden gereinigt und die Schriften erneuert. Außerdem müssen etwa 30 Zentimeter des durchwurzelten Bodens abgetragen und ersetzt werden, bevor eine neue Bepflanzung des Grabs möglich ist. Die Bauverwaltung der Marktgemeinde Rimpar ist optimistisch, die Arbeiten bis Ende Oktober abschließen zu können, sodass sich die aus den frühen 1920er Jahren stammende Anlage bereits zum Volkstrauertag den Friedhofsbesuchern in einem langfristig würdevollen Zustand präsentiert.

Bürgermeister Bernhard Weidner betonte die Verantwortung der Gemeinde für die örtlichen Kriegsgräber und auch das Gemeinschaftsgrab für die Opfer der Explosion im Oppauer Chemiewerk (1921). Bei dem bis heute größten Zwischenfall in einem deutschen Chemiewerk wurden mehr als 500 Menschen getötet, darunter zehn Maurer aus Rimpar. Sieben von ihnen ruhen auf dem heimischen Friedhof, drei konnten damals nicht geborgen werden.

Über die Kriegstoten aus dem Ersten Weltkrieg hat Rainer Busch aus Rimpar zahlreiche Informationen zusammengetragen. Dank der erhalten gebliebenen bayerischen Kriegsstammrollen sind sowohl die Familienverhältnisse wie auch die militärischen Werdegänge der 15 Kriegstoten bekannt. Vier von ihnen kamen mit schweren Verwundungen in das Rimparer "Vereinslazarett" und starben dort an ihren Verletzungen. Andere befanden sich in Lazaretten in Würzburg oder Landau. Zwei der hier Bestatteten starben 1919 und 1920 offenbar an Spätfolgen der im Krieg erlittenen Verwundungen oder Krankheiten. Neben der Kriegsgräberstätte des Ersten Weltkrieges gibt es im Rimparer Ortsteil Maidbronn ein Grab mit zwei polnischen Kriegstoten sowie auf dem Gemeindefriedhof ein Grab mit sieben Toten, die im Frühjahr 1945 in Rimpar, vermutlich in einem ausgelagerten Teil des Würzburger Juliusspitals, gestorben sind.

Das Gesetz über die Erhaltung der Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (Gräbergesetz) schreibt den Kommunen den dauerhaften Erhalt und die Pflege der Kriegsgräber vor. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. wurde 1919 aus einer breiten Öffentlichkeit der deutschen Bevölkerung gegründet und verpflichtete sich dem Ziel, die Gräber gefallener deutscher Soldaten würdevoll zu erhalten und zu pflegen. Im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland erfüllt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. diese Aufgabe für 2,8 Millionen deutsche Gräber des Ersten und des Zweiten Weltkrieges, die sich im Wesentlichen in allen Teilen Europas und Nordafrikas befinden.

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