Meldungen aus dem Landesverband

Ehrenamtliche pflegen Feldgrab im "Limpurger Forst"

Die ehrenamtlichen Helfer am Feldgrab "Limpurger Forst": Gerhard Bauer, Walter Schmidt, Gerd Koch und Peter Engmann. Oliver Bauer / Volksbund

Lange mussten Gerhard Bauer und seine Mitstreiter Walter Schmidt, Gerd Koch und Peter Engmann warten, bis ihr Pflegeeinsatz am Feldgrab im "Limpurger Forst" bei Dornheim in Unterfranken möglich wurde. Nun rückten die vier ehrenamtlichen Helfer des Bezirksverbands Unterfranken an dem am Ende einer großen Waldwiese liegenden Feldgrab an.

Mit dem Rasenmäher wurde die umliegende Fläche gemäht, die morsche Grabeinfassung ersetzt, Unkraut beseitigt und das Umfeld des Grabs eingeschottert. Der schweißtreibende Einsatz hat sich gelohnt. Der eigentlich schon im vergsangenen Jahr geplante größere Einsatz war wegen der Corona-Pandemie ausgefallen und daher nun überfällig. Für einen weiteren Einsatz ist noch Arbeit übrig. Die das Grab einfassende Hecke soll noch geschnitten werden. Außerdem wollen die Helfer noch eine Gedenktafel anbringen.

Das Grab am Rande des Landkreises Kitzingen unweit von der Grenze zum mittelfränkischen Nachbarkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ist eines von noch zwei in Unterfranken existierenden Feldgräbern. Alle anderen Kriegsgräber der Region liegen auf kommunalen Friedhöfen oder den großen Kriegsgräberstätten in Hammelburg, Gemünden, Wildflecken und Würzburg. Das "Panzergrab" indes liegt genau an dem Ort, an dem 12. April 1945 fünf 17- und 18-jährige Offiziersanwärter und ein 33-jähriger Unteroffizier ihr Leben verloren.

Im südlichen Teil des heutigen Landkreises Kitzingen hatte es Anfang April 1945 teils heftige Kämpfe zwischen den zurückweichenden deutschen Truppen und den vorrückenden Amerikanern gegeben. Die Offiziersschüler waren genauso wie der Unteroffizier erst wenige Tage zuvor von der bei Dornheim zurückweichenden Einheit eingegliedert worden. Am Mittag des 12. April besiegelte sich ihr Schicksal. Am Forsthaus erfrischten sich die erschöpften Soldaten kurz und marschierten dann weiter in Richtung Krassolzheim. Nur wenige Augenblicke später erreichte ein amerikanischer Panzerverband das Forsthaus. Die Amerikaner vermuteten in einem Graben am Waldrand eine deutsche Stellung und eröffneten das Feuer. Den heftigen Maschinengewehrsalven waren die jungen Soldaten schutzlos ausgeliefert.

Erst eine Woche später konnte der Waldarbeiter, der in einem Augenzeugenbericht die letzten Lebensminuten der Soldaten für die Nachwelt zusammengefasst hat, gemeinsam mit dem Förster die Opfer bestatten. Ein deutscher Sanitäter hatte zuvor im Beisein von amerikanischen Militärpolizisten den Opfern die Papiere und Soldbücher abgenommen, um diese an die Angehörigen zu senden. Die Gebeine des Unteroffiziers wurden auf Betreiben seiner Frau 1946 geborgen und nach Forchheim in ein Grab seiner Familie überführt. Die fünf Offiziersschüler blieben an dem Ort, an dem Sie der Förster und der Waldarbeiter bestattet haben - ihre Lebensdaten finden sich auf den fünf Steinkreuzen. Der Name des Unteroffiziers war vor Ort unbekannt oder nach der Umbettung in Vergessenheit geraten, aber Gerhard Bauer hat das keine Ruhe gelassen. Seine Recherchen führten bis zum Familiengrab in der Nähe von Karlsruhe, das aber vor einigen Jahren aufgelöst wurde. Nun soll eine Plakete mit dem Namen des Unteroffiziers angefertigt und am Gedenkstein angebracht werden.

Für Walter Schmidt und Gerd Koch folgte nach dem Einsatz im Limpurger Forst wenige Kilometer entfernt noch ein zweiter Pflegeeinsatz. Im Possenheimer Wald lag bis 1958 ein gefallener deutscher Soldat in einem Feldgrab. Die Gebeine wurden zwar 1958 auf die Kriegsgräberstätte nach Treuchtlingen umgebettet, das ursprüngliche Grab blieb jedoch erhalten. Es wird von Mitgliedern der Soldatenkameradschaft Markt Einersheim gepflegt. Der Trampelpfad zum Grab zeigt: Hier kommen immer wieder Leute vorbei und halten einen Moment inne. Das spornt Walter Schmidt und Gerd Koch an, in ihrem Einsatz für das Scheingrab nicht nachzulassen.

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