Absolventen des Abiturjahrganges 1986 des Matthias-Grünewald-Gymnasiums (Tauberbischofsheim) feiern in einer Waldhütte nahe der Stadt Grünsfeld (Main-Tauber-Kreis) ausgelassen die 40. Wiederkehr ihrer Reifeprüfung und das Wiedersehen. Nur 700 Meter südostwärts davon herrscht „Schweigen im Walde“. An der Kreisstraße K 2803 von Kützbrunn nach Zimmern, mitten im Waldgebiet Vockenberg, weisen mehrere Schilder mit der Aufschrift „Fliegergrab“ Besucher oder Wanderer auf dem dortigen Jakobsweg.
Zu den Opfern der schrecklichen und sinnlosen Endkämpfe des Zweiten Weltkriegs zählt auch Karl Göller aus Wallau - einem heutigen Ortsteil der hessischen Kreisstadt Hofheim (Main-Taunus-Kreis).
Karl Göller stürzte am 4. April 1945 mit seinem Jagdflugzeug vom Typ Messerschmidt Me 109 in das Waldstück, nachdem seine Maschine von US-amerikanischer Flugabwehr bei Grünsfeld getroffen wurde. Er sprengte noch die Kanzel ab und versuchte auszusteigen, um sich mit dem Fallschirm zu retten - vergeblich. Unteroffizier Göller wurde nur 21 Jahre alt.
Presseberichten zufolge, stieß ein Augenzeuge des Abschusses in einer Zeitung auf eine Suchanzeige nach dem vermissten Jagdflieger. Er suchte und fand daraufhin den Kontakt mit der Familie des Piloten. Indizien wie die Flugroute und Absturzzeit ließen darauf schließen, dass es sich um den Jagdflieger Karl Göller handelte. Außerdem wurde an der Absturzstelle ein Ring des Piloten aufgefunden. Nach erfolglosen Bergungsversuchen der Leiche entschied sich die Familie Göller, an der Absturzstelle ein symbolisches Grab zu errichten. 2004 besuchte eine vielköpfige Delegation ehemaliger Schulkameraden aus Wallau das „Fliegergrab“ und gedachten des Gefallenen.
Die Stätte wurde viele Jahre von der Grünsfelderin Elisabeth Klinger gepflegt. Inzwischen kümmert sich ihre Tochter Elke Zwicker um die die Pflege des „Fliegergrabes“, das mittlerweile als geschütztes Kulturdenkmal der Stadt Grünsfeld gelistet und in die Liste der Bau- und Kunstdenkmale in Baden-Württemberg eingetragen ist.